personalheader01.jpg mois-Blog - Eigentlich alles viel zu warm: Oxalsäure 2015

Eigentlich alles viel zu warm: Oxalsäure 2015 Print This Post

7. Januar 2016
Das ist Eintrag 44 in der Serie "Bienenkiste".
Ringelblume, 6.1.2016

Ringelblume tiefgefroren

Jetzt ist es ja doch noch Winter geworden. Ende Dezember konnten wir das noch nicht wissen: Am 25.12.15 um 9.15 Uhr haben wir die diesjährige Oxalsäurebehandlung vorgenommen. Vorweg gingen interessante Diskussionen im Bienenkistennetzwerk [1, 2], weil es den ganzen November und Dezember (mit ausnahme zweier Nächte früh im November) viel zu warm war für die Jahreszeit (vgl. die Bilderserie mit ungewöhnlichen Dezemberblühern ganz unten). Um in einer ähnlichen Situation sicher einschätzen zu können, ob Brut im Nest ist oder nicht, habe ich jetzt auch ein Bratenthermometer bestellt: Wären wir sicher gewesen, dass es keine Brut gibt, hätten wir vielleicht noch einige Tage gewartet und den Temperatursturz Ende Dezember abgepasst – oder schon im November nachgemessen und bei Brutfreiheit die Behandlung ganz früh erledigt, hat ja auch seine Vorteile: Das Volk ist dann fast zwei Monate länger von vielen Milben befreit.

Hier noch fotografisch der Zustand in den beiden Kisten, die ich ja auch per Gewichtsdiagramm dokumentiere:

 

Weil ichs jedes Jahr neu suchen muss im Internet, hier nochmal das Rezept für die Oxalsäurelösung:

Empfehlungen 2000 für die Träufelbehandlung mit Oxalsäure (Schweiz und Mitteleuropa)
Zusammensetzung der Lösung: 35 g Oxalsäuredihydrat in 1 Liter Zuckerwasser 1:1

Lösungsmenge:
30 ml für ein kleines Volk
40 ml für ein mittleres Volk
50 ml für ein grosses Volk
Diese Menge entspricht 5 – 6 ml pro besetzte Wabengasse in einem Dadant- oder
Schweizerkasten.

Zeitpunkt der Behandlung: In brutfreien Völkern (November – Dezember)

Bemerkungen:

  • nur eine Behandlung im Herbst durchführen
  • die Lösung zwischen die Rahmen direkt auf die Bienen träufeln
  • mit lauwarmer Lösung behandeln
  • Behandlung bei einer Aussentemperatur von über 0 o C durchführen
  • nur frisch zubereitete oder während längstens 6 Monaten bei einer Höchsttemperatur von
    15 o C aufbewahrte Lösungen verwenden
  • unter gewissen Bedingungen kann die Träufelbehandlung mit Oxalsäure zu einer leichten
    Schwächung der Völker im Frühjahr führen.
  • Die Sprühbehandlung mit Oxalsäure ist bienenverträglicher (30 g OS dihydrat / Liter
    Wasser, 3-4 ml pro besetzter Rahmenseite; Beschreibung der Sprühmethode und der
    Resultate siehe [4];
  • bei der Behandlung Handschuhe und Schutzbrille tragen.

Quelle: Träufelbehandlung mit Oxalsäure: Versuche 1999/2000 und Anwendungsempfehlungen für Mitteleuropa, J.D. Charrière, A. Imdorf; Schweizerisches Zentrum für Bienenforschung (2001), Seite 6

 

Am Nachmittag nach der Behandlung konnten wir dann folgende unüblichen Dezemberblüher dokumentieren:

Auch die in voller Blüte eingefrorene Zierkierschenallee am verschneiten Pankeweg (Bornholmer Brücke) sieht von der S-Bahn spektakulär aus. Leider war ich darauf nicht gefasst und zu langsam mit der Kamera.

 

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