personalheader01.jpg mois-Blog - Linke Opposition nicht aufgeben, sondern stärken

Tag Archives: Kapitalismuskritik

Linke Opposition nicht aufgeben, sondern stärken

Und nach all dem Bienenkram der letzten Wochen: mein Wort zum Bundestagswahljahr 2017 als Leseempfehlung. Der Text, dem das folgende Zitat entnommen ist, hat mir das versteinernde Herz erweicht:

Vielleicht würden unter »R2G« die deutschen imperialistischen Interessen vorerst subtiler verfolgt, könnten Hartz-IV-Bezieher mit etwas milderen Sanktionen rechnen, könnte die gesetzliche Rente etwas langsamer an die Finanzindustrie verhökert werden, hätte der »Green New Deal« ein paar mehr regierende Fürsprecher – solange nichts von alledem dem »Wirtschaftsstandort Deutschland« schadet. Auch das »Aufstehen gegen Rassismus« fände in Regierungskreisen allgemeinen Anklang, solange nur den gesellschaftlichen Ursachen der Rechtsentwicklung nicht auf den Grund gegangen wird. Mit dem beschworenen »linken Politikwechsel« hat all das wenig zu tun – umso mehr aber mit der Paralyse echter Opposition. Weiterlesen

Werbeblock: Die Welt hacken

luxSnowden, NSU, Facebook, Google? Arrrgh! Das smarte Phone abschalten und aus dem Fenster werfen (wie einst den Fernseher?) – oder doch irgendwie clever oder gar subversiv nutzen? Weder noch! Warum diese Gegenüberstellung falsch ist, zu nichts führt und was vielleicht stattdessen eine Diskussion wert wäre, argumentiert „Die Welt hacken“ durch. Auch der Rest des Themenhefts Smarte Neue Welt der Zeitschrift LuXemburg ist interessant und nicht nur online lesbar, sondern auch kostenlos bestellbar.

Imkerliches zum Abgas-Skandal

what ifNeulich hatte ich einen friedenspolitischen Grund für den Ausstieg aus dem fossilistischen, d.h. erdölbasierten oder -orientierten Kapitalismus geliefert. Heute gibt’s einen imkerlichen Grund für den gesamtgesellschaftlich zu organisierenden Umstieg auf nicht-fossilistische Mobilitätslösungen, damit wir nicht bei gut gemachten Selbstbastelansätzen hängen bleiben: Der sogenannte VW-Abgasskandal. Weiterlesen

Klimawandelgewinner

In diesem Frühjahr nahm ich ihn zum ersten Mal bewußt wahr: Einen mir exotisch klingenden, monotonen Pfeifton, regelmäßig wiederkehrend – gefühlt alle 20 Sekunden, teilweise mit gleichklingendem aber weiter entferntem Echo. Eher in den Abend-, Nacht- und frühen Morgenstunden. Jetzt bin ich dem Phänomen mit Vogelstimmenvergleichen im Netz auf den Grund gegangen und bin sehr sicher, dass es sich um den Ruf der Zwergohreule handelt (nein: die App, die das automatisch macht, gibts noch nicht…). Weiterlesen

Ohne mich! (II)

facebookBeste Genossen und Genossinnen, wenn ich nicht mehr zu einer Demo gehen kann, ohne vorher auch noch bei Facebook Daten abgeben zu müssen beim Versuch, Genaueres zu erfahren zu Wo Wann Was, dann müsst Ihr eben ohne mich demonstrieren gehen. Eure Form schließt mich aus, auch wenn ich den Inhalt dringlich finde: Eben führt mich meine Suche (duckduckgo „demo oxi köln griechenland“) auf die passende Blockupyseite. Soweit, so gut. Diese jedoch leitet ihre Leser_innen ins Facebooknetz weiter, von 20 örtlichen Demos sind 19 per Facebook verlinkt, nur Bochum nicht. Für die wirklich wichtigen Informationen (nichts gegen Bochum!) gibt es also nur noch Links ins Facebook-Netz (vgl. Screenshot). Ob die Facebook wenigstens zahlen lassen? Für die Lautis vielleicht oder für Winkelemente? Oder gibts sowas heute gar nicht mehr, weil Redebeiträge nur noch getwittert werden und die Leute eh nur noch ihre ach so smarten Phones in die Luft halten? Ich weiß es nicht. Aber falls sich wer fragt, was ich dagegen habe, dass Facebook das Internet einsaugt, hier lang.

Facebook umsurfen

Die taz macht einen Schwerpunkt und formuliert Facebook-Kritik vom Standpunkt des souveränen Konsumenten aus. nadir.org, „eins der Urgesteine des deutschen Digital-Aktivismus“ (Anne Roth), erklärt darüber hinausgehende Gründe für die Abschaltung von Facebook. Die Argumentationen von taz und nadir unterscheiden sich an entscheidender Stelle. Merkts wer? Egal: Zeit für einen Facebook-Dislike-Button auf dem moisblog!

Und für die Unken, die Kritik immer nur hören wollen, wenn sie gleich ganz konstruktiv mit neuen Vorschlägen einhergeht: Safebook! Durch die Verbindung von Open Source und peer-to-peer liegt da informationelle Selbstbestimmung schon im Softwaredesign und nicht erst in den Einstellungen der BenutzerInnen und der Selbstverpflichtung des Betreiberkonzerns. Der ursprüngliche, akademische Ansatz von Safebook geht derzeit in MatchUpBox auf. Mal sehen, ob die Idee privatisiert und kommerzialisiert wird oder wie sich das entwickelt…

Bayer: Profit mit Bienensterben

Foto: GLOBAL2000

Creative Commons License Foto: GLOBAL2000

Ein sehenswerter Dokumentarfilm widmet sich dem „Geheimnis des Bienensterbens“. Auch die „Coordination gegen BAYER-Gefahren“ schlägt Alarm. Einer großen Anzahl auch neuester Studien zum Trotz verursachen laut Chemie-Multi Bayer aber nicht etwa die hauseigenen Pestizide das millionenfache Bienensterben. Die Verantwortung dafür trage vielmehr die böse Varroamilbe. Dabei wird höchstens umgekehrt ein Schuh daraus: Weil die Agrochemikalien die Tiere so schwächen, bieten sie den Parasiten eine wehrlose Angriffsfläche. Aber der Global Player im Geschäft mit den Ackergiften wehrt sich gegen diese Einsicht nicht nur, um die Vermarktungschancen für Confidor & Co. nicht zu gefährden. Er hat noch einen zweiten Grund dafür. Mit dem Pyrethroid „Bayvarol“ (Wirkstoff: Flumethrin), das er unter dem Slogan „Gesunde Bienen“ zur Varroabehandlung feilbietet, gibt er vor, das passende Mittel gegen den Milben-Befall parat zu haben. So sind die armen Bienen den Bayer-Giften gleich doppelt ausgeliefert, und das Aktienunternehmen kann aus den Folgen seiner eigenen rücksichtslosen Geschäftspolitik mit der Agrochemie ein zweites Mal Profit schlagen. Die Milben indessen stellen sich bereits auf Bayvarol ein und bilden Resistenzen aus. Ließe man stattdessen die Bienen in Ruhe, verschonte sie vor Pestiziden, wandelte die Monokulturen in kleinteiligere Pflanz- und Blühflächen, dann würden sich bienenseitig Resistenzen gegen die Milben ausprägen und verbreiten. Letzteres verhindert aber die zunehmende Industrialisierung der Imkerei mit ihrer rein ertragsorientierten, technischen Königinnenbefruchtung und dem daraus resultierenden Niedergang der biologischen Diversität innerhalb der Bienenpopulationen, wie der Dokumentarfilm am Beispiel des Bestäubungsgeschäfts in der kalifornischen Mandelindustrie zeigt.

Peer2Peer-Geld

die piraten bzw. ihre soziale basis haben vor etwa einem jahr in reaktion auf die globale Krise mit der herausgabe einer eigenen währung reagiert. das ganze heißt bitcoin und ist peer2peer, verschlüsselt, d.h. anonym, open source, unter einer MIT-Lizenz und derzeit in der version 0.6.0 ;-). das mining, die geldschöpfung, läuft dezentral und wird belohnt (ihr könnt sogar zugunsten meines vermögens geld schöpfen). grünes geld ist das ganze jedoch deshalb noch nicht: wegen des hohen rechenaufwands beim verschlüsseln ist der stromverbrauch der dezentralen geldschöpfung wohl sogar höher als der einer zentralen zentralbank (vgl. mining). es gibt ein einführungsvideo und grundsätzliches und mehr wie immer bei wikipedia.

lässt sich gegen eine währung ohne zentralbank noch spekulieren? die basis jeder währung ist vertrauen. hier speist es sich offensichtlich aus dem glauben an die werte der open source-community: dezentralität, starke kryptographie, transparenz des codes, anonymität der user. akkumulieren lässt es sich zwar noch (aber nicht unbegrenzt: die maximale geldmenge sei durch die mining-berechnungsweise beschränkt: irgendwann seien alle errechenbaren bitcoins errechnet und dann sei schluss mit dem mining), aber die staaten melden bedenken an: ein solcher ansatz bedeute ein eldorado für geldwäscher. und: lassen sich anonyme transfers überhaupt wirksam, d.h. jenseits von freiwilligkeit, besteuern?

was hätte da bloß olle marx dazu gesagt??

„Bestätigen Sie, dass Sie … kennen!“

Immer wieder, zum Glück aber nicht all zu oft, erreichen mich halbautomatische Befehlsemails wie die folgende.

Am 27.02.2012 um 13:19 schrieb ...:
>
> Von ...
>
> Freie Mitarbeiterin bei xxxx, yyyy, zzzz
> Berlin und Umgebung, Deutschland
>
> Ich möchte Sie zu meinem beruflichen
> Netzwerk auf LinkedIn hinzufügen.
>
> ...
>
> Bestätigen Sie, dass Sie ... kennen
>
>
> Sie erhalten Einladungen zum Beitritt in
> Netzwerke per E-Mail. Abbestellen
> © 2012, LinkedIn Corporation. 2029 Stierlin
> Ct., Mountain View, CA 94043, USA

Was soll ich dazu sagen?

Wohnungen für Rendite…

…statt für Menschen. Mäuschen gespielt auf der Berliner Immobilienrunde im August 2011 im Hotel Maritim, Eintritt kostete irgendwie 880 Euro oder so. Das Video machts für alle möglich: Einmal knapp 15 Minuten einem Immobilien-Verwerter bei der Entwicklung seines Geschäftsmodell zuschauen. Es zeigt warum in Zeiten der Finanzkrise nicht nur die Finanzmarktzocker das Problem sind – sondern wie die Suche ganz normaler „Kleinanleger“ nach sicheren Anlagemöglichkeiten und das damit verbundene „ganz normale Geschäft“ mit den Eigentumswohnungen darin besteht, einen Altmieter zu vertreiben, um dann 23% Eigenkapitalrendite aus der Renovierung und Neuvermietung zu holen. Wer keine Viertelstunde Zeit hat für die immobilienwirtschaftliche Vorrede, dem empfehle ich das Renditerechenbeispiel in den letzten zwei Minuten ab 12:30. Ein ein p.s. für die Unken