Honigumschläge gegen Killerbakterien

Zur Abwechslung mal ein Gastbeitrag meines Bruders Holger (vielen Dank!):

vielleicht ist das eine meldung im bienenblog wert, was ich in einem sehr guten buch über die europäische heilpflanzentradition gelesen habe:

„Die Tradition, Honigumschläge auf spezifische Verletzungen (162) anzulegen, hat sich bis heute in der Volksmedizin in den von Kelten bewohnten Gebieten Frankreichs erhalten und findet auch in der alternativen Veterinärmedizin wieder verstärkt Anwendung.“

Die Fußnote (162) ergänzt:
„Insbesondere Verbrennungen und Verätzungen. Prof. Peter Molan von der Universität Waikato in Neuseland hat in jüngster Zeit eingehend die Wirkung von Honig bei schlecht heilenden Verletzungen untersucht und ist zu dem Schluss gekommen, dass dieser sehr unterschiedliche Wundbakterien effizient beseitigt. Methicillin-resistente Staphylokoken – sogenannte Killerbakterien, gegen die auch die neuesten Antibiotika wirkungslos sind – haben bei Honig schlechte Karten. Chronisch infizierte Hautwunden sind häufig bereits nach wenigen Tagen der Honigbehandlung steril. Honig wirkt nicht nur desinfizierend, er baut auch in Wunden vorhandenes totes Gewebe ab, das die Heilung hemmt. Honig wirkt stark entzündungshemmend. Selbst wenn gar keine Bakterien in einer Wunde vorhanden sind, gehen Schwellungen, erhöhte Temperatur und lokaler Schmerz unter Honigapplikationen deutlich zurück. Honig fördert zusätzlich noch das Wachstum von Fibrolasten, jenen Zellen, die dem Gewebe feste Struktur verleihen. Werden sie aktiviert, dann schließt sich eine Wunde nicht nur vom Rand, sondern gleichermaßen aus der Tiefe. Dieser Effekt ist besonders bei großflächigen Verbrennungen wichtig, wo der Honig sogar die Standardverfahren aus der Verbrennungsmedizin schlägt!“

Schließlich noch den Guttenberg, schlampig zitiert nach Koch-Merin:
Urbanovsky, Dr. Claudia/ Le Scouezec, Dr. Gwenc´hlan: Der Garten der Druiden. Das geheime Wissen der keltischen Heiler; Ullstein, Berlin, 2008

Wenn schon Honig so durchschlagende Wirkung hat, wie krass muss dann erst Propolis sein, das Harz, das die Bienen ja extra herstellen und benutzen, um ihren Stock abzudichten und keimfrei zu halten (vgl. Michael Simone-Finstrom/Marla Spivak: Propolis and bee health: the natural history and significance of resin use by honey bees; in: Apidologie
Volume 41, Number 3 „Honey bee health“, May-June 2010)?!

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03. Juli 2011 von mois
Kategorien: Bienen, Biodiversität/gen.Ressourcen | Schlagwörter: , , | Schreibe einen Kommentar

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