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Indische Riesenraubwespe vs. Asiatische Riesenhornisse

Neulich ließ die taz vermelden:

Während Bienenzüchter und Naturschützer noch mit Konzernen wie Syngenta oder Bayer streiten, taucht in Frankreich eine neue Gefahr für die so nützlichen Insekten auf: Vespa velutina lautet der Fachname dieser Bienenkiller. Es handelt sich um eine asiatische Hornisse, die sich seit wenigen Jahren in Südwestfrankreich angesiedelt hat und sich rasch ausbreitet. Ihre Lieblingsspeise sind vorzugsweise die heimischen Honigbienen! Eingeschleppt wurden sie angeblich mit einem Frachtschiff mit Billigprodukten aus dem fernen Osten. Mit der Velutina-Hornisse hat Frankreich ein echtes Invasionsproblem mit klandestinen “Immigranten”. Quelle: taz

Die erste Assoziation liegt nahe: Ist das die Killer-Hornisse, die in kleinen Gruppen konsequent ganze Bienenstöcke platt macht (vgl. Youtube: 30 Japanese Giant Hornets kill 30,000 Honey Bees)? Das wäre wirklich dramatisch, denn die westliche Honigbiene in Europa hat der “Asiatischen Riesenhornisse” nichts entgegenzusetzen – anders als ihre Nichten, die östlichen Honigbienen. Die wehren sich nämlich präventiv gegen Angriffe der Riesenhornisse, indem sie schon gleich die Hornissen-Späherinnen umbringen. Das schaffen sie durch eine beeindruckende Kollektivleistung, den legendären “Bienenball” (siehe Bild). Dabei umringen sie zu dutzenden eine Hornisse und heizen so stark, dass die umringte Hornisse an Hitze und Sauerstoffmangel krepiert (vgl. auch das für meinen Geschmack zwar etwas reißerisch aufgemachte, aber dennoch interessante Video von einem Bienenball).

Aber die Foren und ein Vergleich der lateinischen Namen bei wikipedia geben Entwarnung: Bei der schon vor einigen Jahren in Südfrankreich eingeschleppten Wespe handelt es sich nicht um die “Asiatische Riesenhornisse” (vespa mandarinia) sondern um die “Indische Riesenraubwespe” (vespa velutina) und die ist glücklicherweise vergleichsweise harmlos für die Imkerei:

Die Tiere leben räuberisch und jagen im Flug verschiedene Fluginsekten. Dabei können sie sogar rückwärts fliegen. Sie jagen dabei auch Honigbienen direkt vor deren Fluglöchern, eine Gefahr für die Imkerei stellen sie aber nicht dar. Quelle: wikipedia

Ach übrigens, bei unserem Schwarm hier in der Kiste saß kürzlich auch schon mal eine Wespe hinten im Honigraum – aber nur eine kleine durchschnittliche mitteleuropäische, ich tippe auf eine aus der Gattung vespulae (d.h. Kurzkopfwespen; ein genauerer Tipp wäre unseriös). Hab das Flugloch verengt und erst mal Ruhe bewahrt, so wie das die besser sortierten Foren zum Thema empfehlen (landlive, imkerforum). Wird schon schief gehen. Ich hab die Balken übrigens lediglich vor das Loch gelegt. Am nächsten Tag schon waren sie ziemlich fest verkittet. Sehr praktisch, diese inneneinrichterische Eigeninitiative der patenten Kerbtiere.

 

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13. September 2011 von mois
Kategorien: Bienen, Bienenkunde, Biodiversität/gen.Ressourcen | Schlagwörter: , | Schreibe einen Kommentar

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