Bienen und Gendreck

NachbarInnen eines in Rostock zerst√∂rten Genfeldes fertigten diese Anzeige als ReaktionNoch der Versuch, mich ins Privateste, ins „Hobby“ Imkerei, zur√ľckzuziehen, konfrontiert mich nach k√ľrzester Zeit mit den Verh√§ltnissen, die die G√ľltigkeit der Kategorie des Privaten sprengen. Ich h√§tte es wissen k√∂nnen: Schon seit November 2006 greift in den USA ein mysteri√∂ses Bienensterben um sich. An der Ostk√ľste verschwanden mehr als siebzig Prozent der Bienenv√∂lker, an der Westk√ľste sechzig Prozent. Was hat das mit DEINEN Bienen zu tun?!

Neues von den Nahkampfbienen

Gestern abend – ein gewittrig warmer Abend – wollte ich nochmal kurz ein bisschen Propolis an der Innenseite der Bienenkistenklappe abkratzen. Und prompt wurde ich zum ersten Mal richtiggehend attackiert: Innerhalb von wenigen Augenblicken hatte ich vier Stiche im Gesicht: auf Stirn, Wange zweimal und am Kinn. Gef√ľhlt handelte es sich um gezielte schnelle Abwehrattacken einzelner Bienen, die offensichtlich nicht mit dem abendlichen √Ėffnen der Klappe einverstanden waren. Das hat mich √ľberzeugt: Zur Honigernte nicht ohne Schutz √ľber dem Kopf. Weiterlesen

Honigumschläge gegen Killerbakterien

Zur Abwechslung mal ein Gastbeitrag meines Bruders Holger (vielen Dank!):

vielleicht ist das eine meldung im bienenblog wert, was ich in einem sehr guten buch √ľber die europ√§ische heilpflanzentradition gelesen habe:

„Die Tradition, Honigumschl√§ge auf spezifische Verletzungen (162) anzulegen, hat sich bis heute in der Volksmedizin in den von Kelten bewohnten Gebieten Frankreichs erhalten und findet auch in der alternativen Veterin√§rmedizin wieder verst√§rkt Anwendung.“ Weiter im Zitat.

Honigraum-Kontrolle

Das ist Eintrag 9 in der Serie "Bienenkiste".

Zwei Wochen nach Freigabe des Honigraums und nachdem wir vor einer Woche zum letzten Mal von hinten in die Kiste geschaut haben, hatte ich heute Schwierigkeiten, die Klappe hinten √ľberhaupt aufzubekommen. An mehreren Stellen hatten die Bienen die Waben schon an die Klappe angebaut. Ausserdem war der Klappenschlitz rundherum komplett mit Propolis zugekleistert. Mehr Bilder anschauen.

Aktionsradius der Bienen

Wie weit kommen die Bienen eigentlich so rum auf ihrer Suche nach Pollen und Nektar? Mit dem Radius-Around-Point-Tool hab ich mal versucht, das zu visualisieren. Dabei bin ich von einem Regel-Radius von einem Kilometer (auf der Karte in gr√ľn) und einem Ausnahme-Radius von drei Kilometern (rot) ausgegangen. (Quellen f√ľr die Reichweitenangaben: 1, 2)

Honigraum: Baufortschritte

Das ist Eintrag 8 in der Serie "Bienenkiste".

Vor einer Woche haben wir das Trennbrett entfernt und den Honigraum, gef√ľllt mit vorgefertigten Mittelw√§nden, zum Ausbau angeboten. Eine Woche sp√§ter zeigten sich dort jetzt schon deutliche Ausbaufortschritte. Besonders gut gef√§llt mir der geschmeidige, flie√üende Aufbau der Waben von innen nach au√üen und von vorne nach hinten:

{gallery}images/bien/2011-06-25/baufortschritt{/gallery}

Weiterlesen!

Trennbrett rausgenommen!

Das ist Eintrag 7 in der Serie "Bienenkiste".
Bild 1: Brutraum quillt √ľber

Der Brutraum der Bienenkiste ist nun wirklich voll. Die Bienen beginnen unter dem Trennbrett durchzubauen (Bild 1). Daher haben wir uns die Antwort auf bienenkiste.de auf die Frage ‚ÄúDiesj√§hriger Schwarm baut so gut, dass nach kurzer Zeit der Brutraum bereits vollst√§ndig ausgebaut ist. Was tun?‚ÄĚ zu Gem√ľte gef√ľhrt, abgewogen und beschlossen:

Bild 2: Beherzter Griff in die Kiste

Bild 3: freier Blick in den Brutraum

Trennbrett raus (Bild 2), kurz den freien Blick auf die Brutwaben genießen (Bild 3) und dann Mittelwände rein (Bild 4).

Bild 4: k√ľnstliche Mittelw√§nde

Jetzt k√∂nnen die Bienen auf die Mittelw√§nde mit wenig Aufwand Waben aufsetzen und dort in den n√§chsten Wochen doch noch f√ľr eine Honigernte produzieren, obwohl das im ersten Jahr eigentlich gar nicht vorgesehen ist. Offensichtlich ist es ein gutes Jahr – oder ein guter Standort.
Oder beides.

Bild 2b: Honig, Wachs und Propolis auf dem Trennbrett
Bild 2c: Propolis, der Bienenkleber

W√§hrend die Bienen weiter sammeln, kann ich die erste Mini-Ernte Propolis (Bilder 2b und c) vom Trennbrett kratzen. Die Honigernte steht dann f√ľr Ende Juli, Anfang August an. Ihr Ertrag h√§ngt jetzt vom Wetter in den Wochen bis dahin ab. Weiterlesen

Was tun?

Das ist Eintrag 6 in der Serie "Bienenkiste".

In der Zeitschrift Nationalpark lese ich gerade:

Die Saatgutindustrie hat einigen Sonnenblumenarten die Pollen- und Nektarproduktion weggez√ľchtet, so dass Bienen inzwischen auch auf Sonnenblumenfeldern verhungern! Quelle: Nationalpark 152: „Hat die Honigbiene eine Zukunft? – Ohne √Ąnderung der Agrarpolitik wohl kaum!“, Seite 19

Bild 1: Kiste voll - außer Honigraum

Während also die Landbienen langsam aber sicher aufgrund der Ausbreitung der Bedingungen der industrialisierten, profitmaximierenden Landwirtschaft mit ihren Monokulturen und manipulierten Sorten langsam aussterben, der passende Roman zum Bienozid schon 2009 erschienen ist, geht es unseren Stadtbienen blendend: Weiterlesen!

Widerstand mit Bienen

Neben Griechenland soll ja auch Portugal nach Vorgaben der starken Regierungen in Europa kaputtgespart („Haushaltskonsolidierung“) und filetiert („Privatisierung“) werden – dass in Portugal also mit nationalen Wahlen nichts mehr zu beinflussen ist, haben die Leute dort sehr klar verstanden: Die Wahlbeteiligung lag beim j√ľngsten Urnengang bei nur 55 Prozent und damit traten von den 9,6 Millionen Wahlberechtigten erneut weniger als bei den vorangegangenen Wahlen 2009 an die Urne (minus 4 Prozent). In einigen kleineren s√ľdlichen Gemeinden wurden durch Bauern Wahllokale blockiert, in einem Fall sogar Bienenv√∂lker ins Freie gelassen, um die Abstimmung aus Protest zu behindern. Etwa 4 Prozent der abgegebenen Stimmen waren ung√ľltig oder ein ‚Äěwei√üer Wahlzettel‚Äú wurde eingeworfen. Mehr zur Wahl in Portugal

Bienen bauen wie die Bekloppten

Das ist Eintrag 5 in der Serie "Bienenkiste".
Die Bienenkiste von Innen einen Monat nach dem Einzug

Mit meinen neuen Haustieren bin ich ja sehr zufrieden, gerade weil ich auch ein paar Tage bis Wochen vergessen kann, dass ich sie √ľberhaupt habe. Sie versorgen sich selbst und machen ihr Ding: Derzeit bauen sie flei√üig vor sich hin. Wie versprochen hab ich jetzt doch mal wieder von hinten in die Kiste geluhgt und war √ľberrascht, WIE flei√üig sie bauen. Der Raum f√ľr die Brutwaben und die Selbstversorgung des V√∂lkchens ist nach ziemlich genau einem Monat schon mehr als halb voll! Wieder lerne ich dazu: Den starken Bautrieb bringen die Bienen als gesunder (urbaner) Naturschwarm mit sich. Und nochwas: Die Waben schimmern ja so unscharf durch und ich erkenne: Bienenwachs ist gar nicht gelb sondern wei√ü – zumindest im Originalzustand, so wie es die Bienen verbauen. Und ich verspreche: Das n√§chste Baufortschrittsdokumentationsfoto wird sch√§rfer.