Junlge World Dossier: Militär und Gender

Ein Auszug aus dem „Militärrituale“-Buch als Jungle-World-Dossier: Militär und Gender

TExtEine der wichtigsten gesamtgesellschaftlichen Wirkungen von Militär ist die Herstellung eines ganz bestimmten Typus von Männlichkeit und einer ganz bestimmten Vorstellung von der Ordnung der Geschlechter: Das Ideal erscheint in der ethnisch sortierten, monogamen Heterosexualität.

Zwischen militärischer Ästhetik, kultureller Geschlechterkodierung und der darin zum Ausdruck kommenden Gewaltstruktur besteht ein enger Zusammenhang. Mehr Text >>>

„Militärrituale“ lieferbar!

Immer noch lieferbar, immer noch lesenswert:

Markus Euskirchen

Militärrituale.

Analyse und Kritik eines Herrschaftsinstruments

Papyrossa-Verlag, Hochschulschriften 59, etwa 240 Seiten

EUR 17,50; SFR 30,20

ISBN 3-89438-329-1

Ist im April 2005 im Papyrossa-Verlag erschienen und ist dort direkt zu bestellen.

Warum und wozu gibt es Militärrituale und wie funktionieren sie? Am Beispiel der Bundeswehr stelle ich die verschiedenen Formen militärischer Rituale dar und typologisiere sie: das Gelöbnis als Initiationsritual, mit einem Exkurs zur Rolle der Kirche; Staatsempfänge als Imponierrituale; Wache und Staatsbegräbnis als Ehren- und Trauerrituale; Kranzniederlegungen als Erinnerungs- und Gedenkrituale; Großer Zapfenstreich als ritualisierter Militärauftritt, mit einem Exkurs zum Wachbataillon als Spezialtruppe.

Derlei Rituale verweisen auf die ultima ratio staatlich-politischer Logik und schaffen Akzeptanz für die Anwendung militärisch organisierter Gewalt. Abschließend werfe ich auch einen Blick auf die vielgestaltige Protestbewegung gegen öffentliche Militärauftritte. [English Summary]

Leseproben der zugrundeliegenden Dissertationsschrift gibt’s bei der Uni-Bibliothek. Einen Textausschnitt hat die Wochenzeitschrift Jungle World als Dossier veröffentlicht: Unter Kommando. Über direkte und strukturelle Gewalt beim Militär.

PS: Zur Aktualität von Ritualen, Drill und Tradition für die Herstellung von Kampfbereitschaft: Ein Artikel über die 1.900 traumatisierten Bundeswehr-Kämpfer, in dem „Bundeswehr-Experten“ mehr Drill und Traditionspflege fordern.

Verhindert diese Verfassung!

Der „Gesprächskreis Frieden und Sicherheitspolitik der Rosa-Luxemburg-Stiftung“ hat eine Stellungnahme zur neuen EU-Verfassung veröffentlicht. Sie ruft zur Verhinderung dieser Verfassung auf und erklärt detailliert warum. In der aktuellen Fassung vom 3.3.05 ist sie auch wieder frei für Neu-UnterzeichnerInnen. Ich finde den Überblick über den Stand der Militarisierung, den die Verfassung festschreiben soll, gut und nützlich und unterstütze die politischen Schlussfolgerungen. Daher hab ich meinen Namen daruntergesetzt. Dennoch bin ich nicht ganz so optimistisch wie der Aufruf, was die Perspektive der Zivilisierung eines Proto-Super-Staates wie der EU angeht. Staat braucht eben Militär. Super-Staat braucht Super-Militär.

Bundessprachenamt

Ich wusste es garnicht, aber es gibt tatsächlich ein Bundessprachenamt.

Zu den Aufgaben dieses Amtes „zählt u.a. die Sprachausbildung für Bedienstete des Bundes und der Länder, die Ausbildung in Deutsch als Fremdsprache auf der Grundlage von Ressortvereinbarungen mit zahlreichen Staaten auf allen Kontinenten, die Entwicklung von Lehr-, Lern- und Prüfungsmaterial für die Sprachausbildung und die Übersetzung deutscher und fremdsprachiger Fachtexte sowie Dolmetschen.“

Das Interessante aber: „Das Bundessprachenamt ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung.“

Macht auch Sinn: Bundessprache als die Sprache der Staatsgewalt.

You don’t need a weatherman to know which way the wind blows

Sehr guter Dokumentarfilm aus dem Jahre 2003!

(in der BRD zu Unrecht vernachlässigt)

Alle reden wieder von der RAF (z.B. FAZ.NET, Spiegel Online, taz uvm.). Kaum jemand in der BRD denkt jedoch öffentlich an andere Stadtguerillas, deren Abqualifizierung als gewissenlose Terroristen weniger einfach wäre. „Weather Underground“, ein Film über eine derartige Guerilla in den USA der frühen 70er, setzt allerdings einiges an Wissen über die allgemeine Situation Ende der 60er/Anfang der 70er voraus.

Dafür widmet der Film sich aber umso ausführlicher und differenzierter der Politik der sich radikalisierenden militanten Fraktion der US-amerikanischen Studentenbewegung. Beeindruckend: Dutzende Bombenanschläge auf öffentliche Einrichtungen waren so akribisch vorbereitet, dass sie größtmöglichen Schaden anrichteten, niemand verletzten und sich auf ganz aktuelle soziale und politische Konflikte in ganz unterschiedlichen Themenfeldern bezogen.

Materialien:

Literatur:

Den Film gibts bei mir, gerne lass ich mich für einen gemeinsamen Filmabend oder so einladen, wenn jemand einen Beamer hat oder einen Raum mit einem Beamer organisiert und ich noch ein paar Freunde mitbringen darf…

Standardüberwachungsschnittstelle geschaltet!

seit 1.1.05 ist ja eine feste email-überwachungsschnittstelle für den staat bei den grossen providern obligatorisch. d.h. staat kann schnüffeln, ohne dass es der provider oder der email-nutzer überhaupt mitkriegen.

zeit also mit der benutzung von verschlüsselung anzufangen. briefe stecken wir ja auch in umschläge.

also hab ich heut mit zwei bekannten einen kleinen pgp(PrettyGoodPrivacy)-workshop gemacht. ich hab die neue, bequeme pgp-programmversion 8.1 mitgebracht. die gibt es kostenlos und legal im netz. doch es tauchte wieder die frage auf: sind die neueren versionen von pgp denn sicher? hat da nicht nach version 6.5.1 der quellcode nicht mehr vorgelegen, könnte es sein, dass es da im programm hintertüren gibt? diese fragen stellt sich auch der sicherheits-faq-katalog von comp.security.pgp.

nach einer webrecherche meine ich sagen zu können: mag sein, dass es in der folge von 6.5.1 einige gründe gab, lieber auf zwar umständlicher zu händelnde aber offene gnu-alternative gpg (GnuPrivacyGuard) zu setzen als auf die nachfolger aus dem hause pgp. das muss allerdings denen, die mit pgp geld verdienen wollten, zu denken gegeben haben. ergebnis war, dass es spätestens seit pgp-version 8.1 wieder von der Firma direkt die Quelltexte gibt. wenn es also hintertüren gibt in 8.1, dann findet die auch irgend so ein nerd und wirds dann auch rausposaunen, denn dann ist er ein gemachter mann (oder eine gemachte frau). wenn nicht dann nicht.

fazit: pgp 8.1 ist wegen des veröffentlichten quellcodes theoretisch ebenso sicher wie die aktuellen gpg-versionen, aber bequemer zu installieren und zu bedienen.

ps: großbritannien ist der einzige staat, indem mensch gesetzlich gezwungen werden kann, seinen pgp-schlüssel resp. sein passwort rauszugeben (mehr >>>). in solch einer repressiven situation hätte ich meines bestimmt vergessen. ob dann die folter kommt??

Frohes neues Jahr!

Alles wird immer repressiver und autoritärer (ausser wir). Demnächst werden wahrscheinlich auch noch unsere Irismerkmale, genetischen Fingerabdrücke und Lieblingsfarben auf dem maschinenlesbaren Ausweis gespeichert.

Für mehr Flexibilität im Umgang mit Fingerabdrücken wenigstens sorgt jetzt eine Antwort des ChaosComputerClubs auf eine der Fragen, die sich nicht nur dem USA-Reisenden stellen: „Wie können Fingerabdrücke nachgebildet werden?“