2013: Bienen fliegen wieder (updated)

This entry is Teil 34 von 61 in the series Bienenkiste
Bienenschiss
Bienenschiss

Auch der trübste Winter geht vorbei. Aus Sicht des Bienenkistenbetreuers ist es jetzt so weit: Mit ersten (zugegebenermaßen noch recht vereinzelten) Reinigungsflügen hat die Bienensaison begonnen. Damit ist jetzt Frühjahr. Auch die erste Gewichtsmessung haben wir vorgenommen. Die Ergebnisse sammele ich auf der Diagrammseite. Weiterlesen

Einladung Gartengespräch „Agro-Gentechnik und Honigbienen – Koexistenz ist unmöglich“

Vor fast 10 Jahren begann der Kampf des Hobbyimkers Karl Heinz Bablok gegen Monsanto (Hier ein Video). Der genmanipulierter Mais Mon 810 des Agrarmultis, berüchtigt auch für sein Pestizid „Roundup“, wurde in unmittelbarer Nachbarschaft zu Babloks Bienenvölkern auf dem Versuchsgut Neuhof in Kaisheim angebaut. In der Analyse seines Honigs liessen sich Pollen des genetisch veränderten Mais nachweisen (mehr zum Thema „Transgene Pflanzen und Bienen“ beim Gen-ethischen Informationsdienst). Bablok entsorgte seinen Honig in der Müllverbrennungsanlage und zog vor Gericht, um sich Schadensersatz zu erkämpfen. Die juristische Auseinandersetzung zieht sich seither durch die Instanzen, bis hin zum Europäischen Gerichtshof. Unterstützt wird Bablok dabei von Mellifera, dem Verein für wesensgemäße Bienenhaltung. Dessen Vorsitzender, der Imkermeister Thomas Radetzky, trägt am Montag seine Erfahrung zu Bienenhaltung und Gentechnik vor dem Deutschen Bundestag vor. Am Abend spricht er dann im Prinzessinnengarten mit uns über:

„Agro-Gentechnik und Honigbienen – Koexistenz ist unmöglich“
Imkermeister Thomas Radetzki, Mellifera e.V.

Prinzessinnengärten, Montag 11. Juni, 19 Uhr

Varroa-Monitoring: Fehlversuch Puderzuckermethode

This entry is Teil 23 von 61 in the series Bienenkiste

Wie schon bei der Oxalsäurebehandlung im Winter angedroht, wollen wir den Varroamilbenbefall unserer Bienen messen und dokumentieren. Gestern am zweiten Sonnentag mit auch am Abend noch frühlingshaften 15°C starteten wir den ersten Versuch. Wir orientierten uns an den Empfehlungen des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen/Bieneninstitut Kirchhain (Adiz-Artikel als pdf) und der Konkretisierung für die speziell für die Bienenkiste. Weiterlesen

Lauschen statt wiegen?

This entry is Teil 4 von 16 in the series Bienenwaage

Gestern einen interessanten Vortrag des Molekularökologen und Bienenwissenschaftlers Hannes Kaatz von der Uni Halle/Jena in Neukölln gehört. Dabei zwei Sachen für die Praxis gelernt, eine davon mit u.U. erheblichen Auswirkungen auf unser Projekt „Bienenwaage“. Weiterlesen

Vorbereitung Oxalsäurebehandlung

This entry is Teil 17 von 61 in the series Bienenkiste

Die Bienen bereiten sich ja schon langsam auf den Winter vor – da werden sie weitgehend ohne Hilfe durchkommen müssen. Der einzige Eingriff wird die Oxalsäurebehandlung gegen die Varroamilbe sein. Die Schweiz stellt übersichtlich die unterschiedlichen Methoden dar, um die Oxalsäure in die Bienen zu bringen und verlinkt wissenschaftliche Grundlagen für die Entscheidung zwischen den Methoden. Ich werde die Bienen – nach der Anleitung für die Bienenkiste – beträufeln. So macht es auch die Herstellerempfehlung (siehe das PDF unter „Downloads“) der für die Bienenimpfung zugelassenen Säurepackung.

Für ImkerInnen, die nicht die ganze Packung aufbrauchen, ist die wissenschaftliche Studie zur Lagerbarkeit des angerührten Säureansatzes lesenswert, Fazit: Im Kühlschrank hält sich der Rest bis zum nächsten Winter.

Sehr interessant für die Erfolgskontrolle liest sich eine neue Methode zur Befallsmessung, die weder eine Milbenwindel im Stock (kein Platz kein Platz in der Bienenkiste!) noch die Tötung der Bienen nötig macht: Die Varroadiagnose mit Puderzucker, entwickelt vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen/Bieneninstitut Kirchhain. Auch hier werde ich mich in erster Linie an den Empfehlungen speziell für die Bienenkiste orientieren.

Indische Riesenraubwespe vs. Asiatische Riesenhornisse

Nachtrag 16.10.2023, zwölf Jahre später: Gestern wurde das erste als solches einwandfrei identifizierte vespa-velutina-Nest in Berlin beseitigt. Der NABU kümmert sich um die Identifizierung und Verfolgung der Neusiedler. Nachtrag Ende.

Neulich ließ die taz vermelden:

Während Bienenzüchter und Naturschützer noch mit Konzernen wie Syngenta oder Bayer streiten, taucht in Frankreich eine neue Gefahr für die so nützlichen Insekten auf: Vespa velutina lautet der Fachname dieser Bienenkiller. Es handelt sich um eine asiatische Hornisse, die sich seit wenigen Jahren in Südwestfrankreich angesiedelt hat und sich rasch ausbreitet. Ihre Lieblingsspeise sind vorzugsweise die heimischen Honigbienen! Eingeschleppt wurden sie angeblich mit einem Frachtschiff mit Billigprodukten aus dem fernen Osten. Mit der Velutina-Hornisse hat Frankreich ein echtes Invasionsproblem mit klandestinen „Immigranten“. Quelle: taz

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Giftiger Honig: die Dosis machts

Die taz brachte neulich endlich mal eine Nachricht gegen den Bienen-Hype: Honig sei oft mit krebsauslösenden Pflanzenstoffen belastet! Stark davon betroffen sei Rohware aus Süd- und Mittelamerika, aber auch in mitteleuropäischen Honigen (ebenso wie in anderen Nahrungsmitteln, etwa Kuhmilch) tauchen die Stoffe mitunter auf, bilanziert das Bundesinstitut für Risikobewertung in einer Studie mit dem Titel „Analytik und Toxizität von Pyrrolizidinalkaloiden sowie eine Einschätzung des gesundheitlichen Risikos durch deren Vorkommen in Honig“. Pflanzen, in unseren Breiten etwa die Greiskräuter, produzieren diese Alkaloide, um überflüssigen Stickstoff loszuwerden. Einige Pflanzen haben einen Zusatznutzen ausgebildet und schützen ihre Blätter und Blüten durch giftige Alkaloide gegen Fressfeinde. Spezialisierte Raupen fressen die Pflanzen trotzdem bzw. gerade deswegen und werden für Vögel ungenießbar. Den Bienen machts offensichtlich auch nichts aus. Und tatsächlich gibt es Weltgegenden, von denen schon lange bekannt ist, dass Bienen dort richtig giftigen Honig herstellen. Die Grenzen zwischen Genußmittel und Gift sind also auch hier fließend und wir Honigkonsumenten bzw. -diebe seien daran erinnert: In Unmengen wird auch noch die beste Medizin zum Gift.

Abschluss und Auswertung Ameisensäurebehandlung

This entry is Teil 14 von 61 in the series Bienenkiste

Varroamilben neben StecknadelkopfNotiz: Gestern abend war der Verdunster wohl leer. Heute morgen hab ich ihn aus der Kiste geholt. Die Verdunstung lief trotz des wechselhaften Wetters ziemlich linear (siehe Graph) über 13 Tage seit Beginn der Behandlung. An zwei Tagen während der Behandlung haben sich die Bienen offensichtlich erfolgreich gegen einen räuberischen Angriff anderer Bienen zur Wehr gesetzt, auch ohne dass ich das Flugloch eingeengt habe: Die Verdunstung sollte ja konstant weitergehen. Dazu schreibe ich vielleicht nochmal extra. Zurück zur Varroa: Zwischendurch konnte ich die kleinen toten Milben einfach vom Flugbrett aufsammeln. Auf dem Bild sind einige davon zu sehen neben einem Stecknadel- (!) und nicht etwa Nagelkopf. Nächster Schritt in den nächsten Tagen: Die Kiste wiegen und die Wintervorräte abschätzen – und nicht vergessen: Trennbrett zwischen Honig- und Brutraum wieder einhängen!

 

Räuberei

Eigenartige Beobachtung: Vorgestern und gestern war ein einziges Geschwärme um die Kiste herum, also nicht nur am Flugloch. Außerdem gab es vor dem Flugloch und am Boden Keilereien, wie ich sie in diesen Tagen öfters im Zusammenhang mit Drohnen beobachten konnte – allerdings waren in den Klüngeln keine Drohnen zu erkennen. Nach einer Weile Recherche komme ich zu dem Schluss: Der Stock war Objekt eines räuberischen Angriffs eines Nachbarschwarms. Heute war zum Glück wieder Ruhe… „Räuberei“ weiterlesen