Wer nicht lesen will, muss hören

RynnekeDietmar Dath hat zwei seiner B√ľcher, mit denen er mich literarisch am Leben h√§lt, zum H√∂ren online:

Die Abschaffung der Arten spielt als Science Fiction in einer Welt, in der sich die verschiedenen nicht-menschlichen Lebensformen die Verf√ľgungsgewalt √ľber die sie konstituierenden Informationen (abgelegt in ihren Genen) angeeignet haben. Das f√ľhrt zu irren M√∂glichkeiten und Verwirrungen und zu ganz neuen Ebenen, auf denen die ganzen alten K√§mpfe (etwa um Emanzipation vs. Herrschaft) ausgetragen werden.

Wer das nicht will oder schon hat, f√ľr den oder die gibts auch noch den dicksten Dathschen Brocken zum Durchh√∂ren: F√ľr immer in Honig, ein sozialrevolution√§res Endzeit-Zombie-Drama.

Acid Pauli

Eine Handvoll h√∂chste h√∂renswerter DJ-Sets von Acid Pauli aka Console aka Martin Gretschmann, the „universal scholar of pop“ (so die S√ľddeutsche neulich mal ganz passend): http://acidpauli.pushtopull.org/files/, auf keinen Fall vers√§umen: die f√ľnf Teile von Mit Gummistiefeln durch den Bach stelzen, gro√üartig: der √úbergang von Teil 3 nach Teil 4. Wie dieses Only You aus dem ewigen Loop irgendwann herausklingelt. Schade dass genau an dem √úbergang der File geschnitten ist.

Zur Schwarmintelligenz

Wikipedia wei√ü: Schwarmintelligenz ist ein emergentes Ph√§nomen: Spontan bilden sich neue Eigenschaften oder Strukturen auf der Makroebene eines Systems infolge des Zusammenspiels seiner Elemente. Die bienenwissenschaftliche Fachzeitschrift Apidologie („The Leading¬†Journal Devoted¬†to Bee Science“, vgl. Liste mit Bienenzeitschriften) k√ľmmert sich in einer Spezialausgabe um die Grundlagenforschung zur Schwarmintelligenz der Bienen: Information flow and group decision making in social bees. Und Swarmation simuliert das ganze f√ľr Schw√§rme von Onliner_innen auf Pixelbasis: sehr lustig. Auch lustig, aber anders, ist, wie das neoliberal-hippe Wirtschaftsmagazin brand eins in zwei Artikeln die Naturverh√§ltnisse zwischen den Bienen auf die menschliche (sprich: kapitalistische) Wirtschaft projeziert und damit nicht nur letztere naturalisiert, sondern erstere auf ihre Rolle als √∂konomischer Faktor reduziert: Der „Superorganismus“ wird unter der Rubrik „Was Unternehmern nutzt“ abgehandelt und in einem weiteren Artikel „F√ľhrungskr√§ften“ das „Vorbild Biene“ empfohlen.

Wer guckt eigentlich noch TV

Drei Videos, die ich beim besten willen nicht im Youtube-Nirvana verschollen gehen lassen kann: 1. ein antikolonialer Agitprop-Animationsstreifen: x3: Lieber Afrikaner (directors cut), 2. ein ersch√ľtterndes Dokument aktueller Entwicklungen im suburban-kleinst√§dtischen Jungend-Subkulturbereich: roller karussell, und ein ergreifender Beitrag zur Integrationsdebatte aus dem Genre „misheard lyrics“: Deutsch – T√ľrkisch / Keks! Alter Keks! √úbersetzung LUSTIG!

Und um das alles zu begreifen…

…Wird man was man furchtbar ha√üt, n√§mlich Cineast
Zum Kenner dieser f√ľrchterlichen Streifen

Zuerst hab ich ja gedacht, es w√§r nur Zeitvertreib und Abwechslungsprogramm. Aber jetzt scheint es sich zu einem unerwarteten, cineastischen Sozialisationsprogramm auszuwachsen f√ľr mich hier: Fast regelm√§√üig finde ich mich in der Cinematheque wieder (ja, auch Freitags abends).¬† ‚ÄěUnd um das alles zu begreifen…‚Äú weiterlesen

Ganzkörperpealing am sterbenden Toten Meer.

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Treiben lassen. Im Matsch versinken. Schweflig-hei√ü wieder aufw√§rmen. √úbers Wasser gucken, was eigentlich wie ein ganz normales Meer aussieht. Manchmal fliegen D√ľsenj√§ger dr√ľber. Gaza bombardiert? Oder nur ge√ľbt, Gaza zu bombardieren? Und der Jordan ist auch nicht mehr, was er mal war. Der Landesteg (Foto 2) stand sicher mal tief im Wasser (es gibt keine! Gezeiten am Toten Meer). Die Zukunft dieses Meeres kann man heute schon besichtigen: die riesige Salzkruste im Death Valley.