Bienen überwachen

Das ist Eintrag 2 in der Serie "Bienenwaage".

Der Bauanleitungen dieser Serie sind veraltet. Aktuell ist die Serie Bienenkiste 2.0.

Heute war wieder Treff der lokalen ImkerInnenorganisierung. Dabei diskutierten wir kurz, zur Schwarmkontrolle im Frühjahr mit Überwachungstechnologie zu arbeiten. Ich hatte ja immer eher eine Kamera im Kopf. Aber die Kontrolle des Kistengewichts in Echtzeit ermöglicht ja ebenso, oder noch besser, u.u. mit weniger Aufwand, den Alarm auszulösen, wenn der Schwarm abgeht, denn so ein Schwarm wiegt ja auf jeden Fall mehr als ein Kilo, eher um die zwei bis vier, die ziemlich plötzlich vom Kistegewicht abgehen.

Ein wenig rumgoogeln führt auf zwei interessante Pfade, zuerst auf den vollprofessionellen und teuren: Ein fertiges Sensorenset mit USB-Hub, Wireless-Verbindung zum PC und proprietärer Software. Die Preise gibts nur für eingeloggte User, die US-Firma bewirbt ein Szenario der Schlafüberwachung, das übertragbar auf die Bienenkiste scheint.

Der zweite Lösungsansatz ist viel sympathischer, ein echter Hardware-Hack: NerdKits zeigen, wie sie eine Discounter-Körperwage aufschrauben, an ihren selbst zusammengestöpselten Microcontroller anschließen, diesen mit einem Open Source-Programm programmieren und die Daten am PC zu einer schönen Gewichtskurve visualisieren. Arduino ist eine weitere, Physical Computing- und Open Source-Hardware-Plattform – mit sehr lebendiger deutschsprachiger Community. Auch dort gibt es einen Waagen-Thread und den Hinweis auf ein weiteres Waagen-Projekt.

Nachtrag 17.3.2012: Eine Bienenwaage mit gehackter elektronischer Körperwaage. Und noch ein Körperwaagenhack. Nachtrag Ende

Und dann finde ich auf dem Blog eines Berliner Hardware-Hackers folgendes:

… hat Edgar Ziesmann die Idee einer Arduino-Honig-Waage für Imker, die per SMS Nachrichten über den Bienenstock sendet, vorgestellt.

Das ist ja genau, was wir suchen! Ich werde also Kontakt mit Björn Bischof und/oder Edgar Ziesmann suchen…

(Außerdem gabs noch einen interessanten Thread bei wer-weiss-was zu billigen gewichtssensoren, Drucksensoren bei Voelkner und Conrad, Arduino-Anbieter: Segor, Elektronikladen, TinkerSoup, Fritzing, bausteln und schließlich – sehr geil – ein altes CD-Laufwerk, dem sie das Kriechen begebogen haben…)

Nachtrag 26.6.2014: Seit Juni 2012 läuft auch im Arduino-Blog ein schöner Thread zu diesem Thema, in dem Clemens seine Erfahrungen einbringt, die auch mir hier entscheidend weitergeholfen haben. Und seit April 2013 gibts den Thread “A Digital Beehive: A scientific study proposal”, der allerdings bis heute lediglich Konzeptionelles beinhaltet.

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08. November 2011 von mois
Kategorien: Bienen, Technix | Schlagwörter: , | 8 Kommentare

Kommentare (8)

  1. Bienen überwachen? Wozu denn? Also, so ganz grundsätzlich-politisch… Alles technisch Machbare machen?

    Bienen, aller Länder…! Protest!

  2. um ihnen reibungsloser zu einem neuen zuhause zu verhelfen. damit sie nicht in der bösen weiten welt verloren gehen. erfrieren, verhungern, gefressen werden. wir wollen doch auch nur das beste der bienen – ihren honig. hähähä. spass beiseite: nennen wir es nicht bienen überwachen, sondern bienen verstehen und “lass deine bienen twittern”. ein bisschen euphemismus hat noch keinem projekt geschadet. da hast du völlig recht…

  3. Und falls Du es noch nicht kennst, schau mal beim Bausteln in der ODC im Betahaus vorbei. Da triffst Du bestimmt einige Bastler, die Dir mit der Idee weiterhelfen können.
    http://bausteln.de/

  4. Die Idee ist nicht schlecht.Aber wie willst du die Gewichtsschwankungen zuordnen. Dieses Jahr hing mir das halbe Volk einer Beute fast regungslos am Flugloch, mehrere Wochen lang, tagsüber. Mit einer Webcam wäre der Kontrollumfang noch besser. Beim Basteln wäre ich mit dabei.

  5. @ Clemens: Wars da heiß? Dann wars ein Bienenbart.

  6. Hallo,
    wo kann man denn alle Daten/Unterlagen herbekommen?
    Der Blog ist zwar gut aber zum nachbauen, ist es sehr schwer.

    Ich würde gerne die Daten per GPRS oer GSM ins Netz senden.
    Habe bereits eine günstige Wägezelle bis 200kg (40€) und einen Messverstärker.

    Danke
    Adam

  7. Das ganze ist immernoch work-in-progress. es gibt also noch nichts nachzubauen. bestenfalls beizutragen. in diesem sinne: nur zu!

  8. Hallo,

    wie kann ich mitmachen?

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